Unser Aids

Kunst

Zero Positiv

Der mutige, ausschließlich aus Ur- und Erstaufführungen bestehende Spielplan der Ära Gratzer II am Wiener Schauspielhaus schreckte auch vor Aids-Stücken nicht zurück. Vom nicht nur hierzulande unbekannten jungen US-Dramatiker Harry Kondoleon brachte er mit Zero Positiv ein “‘Aids-Stück’ der zweiten Generation” auf die Bühne, wie Frank M. Amort in seinem tamtam-Bericht schrieb: “Es dokumentiert weder die Aids-Krise, noch wird eine Lektion in Sachen Aids erteilt; das Wort Aids kommt gar nicht vor, obwohl die Krankheit ständig präsent ist.”

Als der junge Himmer, die Hauptfigur des Stücks, das Ergebnis seines HIV-Antikörpertests “seropositiv” erfährt, räsoniert er: “Zero Positiv – null positiv? Die Null steht für das unendliche Nichts und das Pluszeichen für das Kreut auf dem Grab.” – ein hoffnungsloser Befund.

Harry Kondoleon starn am 16. März 1994 in New York 39-jährig an den Folgen von Aids. Mehr über Harry Kondoleon auf harrykondoleon.com

Mehr über die wichtige Theaterarbeit Hans Gratzers in der Rezension von Petra Paternos Studie Lichterloh.

Frank M. Amort: Zero Positiv. In: tamtam 9/1991, S. 18

(c) harrykondoleon.com
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