Unser Aids

Erinnerungen

Tagebuch

In einem Tagebucheintrag versucht der zum Zeitpunkt seines Test gerade 21-jährige Helmut M. den Schock des positiven Testergebnisses zu verarbeiten.

Transkript des Tagebucheintrags vom 6. Oktober 1986:

Ich bin HTLV-III positiv! Blutspenden war der sanfteste Weg es zu erfahren. Nun bin ich froh daß ich es weiß. Mit mir selbst kann ich damit fertig werden, aber wie mit den anderen, den ehemaligen, der Familie. Soll ich sie darüber aufklären. Ich habe im speziellen Angst davor es meinen Eltern zu sagen [habe Angst vor] ihrer Reaktion. wie wir das mit der Szene sein? Gerüchte. Wie wenn ich es im Geschäft melden muss.

Die Reaktionen der Umwelt, die wird sich auf mich auswirken.

wie wird sie sein?

wie werde ich sein?

Steht mir ein INTENSIVERES Leben bevor. Was ist wenn die Krankheit ausbricht. Wie ist der Tod?

Jede Menge neuen Fragen tun sich auf bei HTLV-III positiv.

Wer kann mir helfen? Ich, mein Glaube an den unendlich guten Gott, Leute aus meiner Umwelt (?)!

Die Familie – Ihre Reaktion ist mir irgendwie das Wichtigste, aber wie werden sie es annehmen? Im Speziellen die Eltern, sie machen mir damit am meisten Sorge!

Wie ist das eigentlich für mich, der ich positiv bin?

1986-10-06 Tagebucheintrag Diagnose1_red