Unser Aids

Erinnerungsbuch

Rudolf Nurejew

Tanzgott Nurejew hatte enge Beziehungen zu Wien und Österreich, fand er doch nach international erfolgreichen Jahren im Wiener Staatsopernballett von 1964 bis 1988 als Tänzer und Choreograph eine künstlerische Heimat.  Nach seiner Flucht in den Westen im Jahr 1961 hatte er mit der 19 Jahre älteren englischen Prima Ballerina Assoluta Margot Fonteyn an allen großen Bühnen der Welt Triumphe gefeiert. Im Jahr 1982 wurde Nurejew die österreichische Staatsbürgerschaft verliehen, künstlerisch zog es ihn aber wieder nach Paris, die Stadt, in der er während einer Tournee das Ensemble des Kirow Balletts verließ und um politisches Asyl ansuchte. Von seiner Aidserkrankung gezeichnet und geschwächt, arbeitete Nurejew als Tänzer und Choreograph unermüdlich weiter, bis er 1992 auf der Bühne einen Schwächeanfall erlitt. Jahrelang hatte er Gerüchte um eine HIV-Infektion von sich gewiesen.

Ich seinen Wiener Jahren besuchte Nurejew – glaubt man den Erzählungen – auch immer wieder die Subkulturlokale der Stadt. So durfte ihn etwa die Alte Lampe zu ihren Gästen zählen.

Rudolf Nurejew in his Dressing Room, 1974. Foto: Allen Warren, WikiCommons
Rudolf Nurejew in his Dressing Room, 1974. Foto: Allen Warren, WikiCommons